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Niemand hat vor beschwipst Fahrrad zu fahren...

31.12.14 – Silvester in Achim

Gefühlte 5 Milliarden Stunden später bin ich nun endlich mit dem ereignisreichen Jahr 2014 fertig. Es fehlt nur noch diese eine große Party, die jedes Jahr beginnt und beendet und die ganze Welt feiern lässt – Silvester. Lange Zeit war nicht abzusehen, wo und wie ich das Jahresende feiern würde. Es gab verschiedene Möglichkeiten, aber am liebsten wäre mir wohl eine Party in Göttingen gewesen. Dort feierte ich immerhin noch nie Silvester. Allerdings ergab es sich, dass die WG in Achim eine Hausparty veranstalten wollte und meine BBS-Freunde sich dort tummeln sollten. Maik freundete sich auch langsam mit dem Gedanken an und somit feierte ich in Achim.

Doch zuerst musste ich mich fertig machen, meine Eltern zum Bahnhof fahren und durch das Haus tanzen. Wann kann ich schon mal so ausgelassen und laut zu jeder Musik abfeiern, die mir Recht ist? Danach setzte ich mich aufs Fahrrad und fuhr zu Ilka. Wir beide waren angeschlagen, höchstwahrscheinlich von der Stadthallenparty. Deshalb wollte Ilka auch nicht allzu lange bleiben und gleich nach Mitternacht wieder mit dem Auto nach Hause fahren. Maik hatte sich zuletzt auch gegen Achim entschieden und Merle fehlte ebenfalls krankheitsbedingt. Alle Hauptgründe für eine Party in Achim waren somit Futsch, ich hatte dennoch meinen Spaß. Aber erst später.

Als wir im Haus ankamen, war ich tierisch kaputt von der Tanzerei und Fahrradfahrerei. Ich musste mich erst einmal hinsetzen, während die Fete schon in vollem Gange war. Alsbald sollte sich das aber ändern und die Musik verpasste mir zuckende Beine. Die meiste Zeit blieb ich unter dem Dach, da kenn ich mich aus, da ist es warm und zwischenzeitlich war ich da oben ganz allein. Ich machte Musik an, die sonst keiner mag und tanzte vor mich hin. Doch ehe ich mich versah, musste ich die Area mit anderen wieder teilen. Ein kleiner Billardtisch war in der Mitte des Raumes aufgebaut, was mich wieder mal dazu veranlasste, zu wetten, wer denn gewinnen würde. Ich bewies ein weiteres Mal, ein glückliches Händchen. Vielleicht halfen ja auch meine Ablenkungsmanöver…

Um Mitternacht stoben wir nach draußen und wünschten uns ein Frohes Neues Jahr. Es wurde ein bisschen geböllert, aber dann ging es schnell wieder rinn in die Bude. Uno wurde gespielt. Aber die Leute sind ja teilweise so langsam und unkonzentriert, dass man am liebsten nur gegen sich selber spielen würde. Mal davon abgesehen, dass es die falschen Regeln waren. Ein eigenartiger Typ war auch noch da, Eike war sein Name. Ich schwankte immer zwischen Mitleid und Augenrollen. Ich weiß nicht, wie oft der davon sprach nach Hause zu fahren und wie krass lange alle schon wach seien. Er ist nur einfach nicht gefahren.

Als die Party schon aus dem gröbsten raus war, kam nochmal der ein oder andere vorbei. Darunter auch Jonas. Der hatte zuvor mit seiner Freundin gefeiert, dann gab es Streit und der Rest ist Geschichte. Ich konnte ihn ein bisschen zum Tanzen bewegen, ehe wir ihn ins Bett verfrachteten und einen nassen Waschlappen auf ihm platzierten. Nils und Jonas waren sich einig, wären sie schwul, sie wären ein Paar. Ein Punkt, der von den beiden irgendwie auf jeder Party mal zur Sprache kommt. Ich amüsierte mich über Jonas' spastisches Gesicht, die Geschichten die er zum Besten gab und natürlich die "Gib Box" – Geste.
Ist sonst noch irgendwas Weltbewegendes passiert? Nein, ich denke nicht. Gegen 9 oder 10 machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Einige andere blieben noch sehr viel länger. Auch Eike. Aber ich war einfach nur froh, schlafen zu können. Es gibt nichts besseres, als nach einer langen, schönen durchtanzten Nacht ins warme Bett zu entschwinden und die Glieder zu entspannen. Herrlich.

09.01.15 – Maurice Geburtstagsparty

Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ich mal schrieb, man solle sich ja nicht betrunken auf dem Fahrrad von der Polizei erwischen lassen? Die Geschichte kommt jetzt.

Es war der zweite Freitag im neuen Jahr und Maurice lud mich zu seiner Geburtstagsfeier ein. Da Maik und Piri auch hingehen wollten, dachte ich mir: Wieso nicht? Allerdings musste ich tagsüber in Hannover arbeiten, was den ganzen Tag sehr stressig werden ließ. Ich kam erst gegen 21 Uhr wieder zu Hause an, duschte schnell, packte und dann ging es schon weiter. Ich glaube die fehlende Mahlzeit und das Plasmaspenden am Vortag sollten mir zum Verhängnis werden. Vielleicht aber auch die zwei Flaschen Wein. Maik und ich trafen uns vor der Sub und wanderten dann zu Maurice' riesiger WG in die Innenstadt. Ich weiß noch, wie ich auf dem Weg dorthin Maik anstupste und sagte: "Hey, guck mal, die Polizei." Bei Maurice angekommen, gesellten wir uns zu den anderen Leuten und hielten ein kleines Pläuschen. Ich zeigte Maik meinen neuen Marthaschal und berichtete, mit welchen perfiden Mitteln ich sie zu einem Besuch drängen wollte. Ich bekam wohlwollendes Lob. Nach einiger Zeit zog es die Raucher raus auf den Balkon. Die Stimmung schien so gleich anzuheben. Ich verlief mich ab und zu mal, weil die Wohnung einfach unnatürlich groß ist und überlegte, ob ein Extraraum für eine Toilette sinnvoll ist, oder nicht.

Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Weg in den Club. Sicherlich blieben wir wieder einige Male irgendwo hängen und gönnten uns Kurze. Das Wetter war richtig mies und der Boden durch den ganzen Regen schon ganz matschig. Aber das war Maik und mir egal, als wir uns draußen vor das "Stilbrvch" setzten und uns einen Wolf laberten. Das war wieder so ein typisches betrunkenes Gespräch, wie ich es schon Ewigkeiten nicht mehr hatte. Dabei eine Flasche Wein und ich fühlte mich wieder wie 16. Doch auch so Labertaschen wie wir finden ein Ende, sodass wir uns reinbegaben. Aber nicht ohne vorher noch einmal richtig auf den Arsch zu fallen. Ich fand uns zwei auf dem Rücken liegende Käfer super lustig, Maik nicht so. Ich lachte für ihn mit. Drinnen tanzten wir ein bisschen, aber die Musik missfiel mir. Sie missfiel mir sogar so sehr, dass ich mit Kopfhörern und eigener Mucke weitertanzen wollte. Aber der iPod kam nicht gegen die Boxen an. Ich wollte schon gehen, als mich irgendwas doch zum Bleiben veranlasste. Wäre ich nur gegangen. Verdammt seist du irgendwas.

Wie dem auch sei, letztendlich sind Maik und ich dann zu meinem Fahrrad gegangen und wir verabschiedeten uns. Ich stieg aufs Fahrrad, hörte Musik und zog mir die Kapuze tief ins Gesicht, wegen diesem hässlichen Regen. Dann bemerkte ich ein Polizeiauto links von mir, es wollte, dass ich anhalte. Ja, ja, ganz recht – das Auto wollte das (Der Buick lässt grüßen :D). Die beiden Polizisten sagten, ich sei Schlangenlinien gefahren und sie würden Alkohol riechen. Also musste ich pusten und die Zahl erstaunte uns alle. Sie war viel zu hoch, sodass ich für einen Bluttest mit aufs Revier kommen musste. Also Fahrrad angeschlossen und rein in den Wagen. Ich habe absolut keine Ahnung, wo diese Wache ist. Allerdings erinnere ich mich daran, wie höflich ich die beiden Polizisten fand, weil sie mir die Tür öffneten. Das man hinten drin die Tür selber gar nicht öffnen kann, fiel mir erst später ein. Wir gingen rein und ich grüßte alle erstmal voll freundlich. Sie grüßten auch etwas irritiert zurück. Dann warteten wir auf den Arzt, während die anderen beiden die Strafanzeige usw. anfertigten. Der Arzt bescheinigte mir ebenfalls winzige Venen. Danach bekam ich den Ausweis wieder und die beiden Cops boten mir an, mich irgendwohin zu fahren. Das nahm ich doch gerne an und ließ mich zur Bushaltestelle kutschieren. Dann wurde ich noch belehrt, nächstes Mal den Bus oder das Taxi zu nehmen. Wenn das so einfach wäre, würde ich dann ernsthaft noch mit dem Fahrrad fahren?

Aber ja, als ich dann zu Hause war, heulte ich so sehr. Erst da realisierte ich es und dachte die ganze Zeit: ich dummer, dummer Mensch. Ein paar Wochen später kam dann ein Brief. Meine Blutwerte waren etwas niedriger, aber immer noch viel zu hoch. Vor 2 Wochen dann bekam ich die endgültige Strafe mitgeteilt, die mich erleichtert aufatmen und mich mit einem blauen Auge davon kommen ließ.
17.4.15 21:19


Weihnachtsferien 2014

20.12.14 - Weihnachten

"Meine InTouch, mein Blog, mein Aschenbecher! Wo ist Sido?"

Kurz vor Weihnachten wurde beschlossen sich einmal mit Jonas zusammen zutun, damit wir uns einen gemeinsam hinter die Binde kippen können. Gesagt getan. Anfangs waren wir noch zu 3. später kamen noch andere Leute mit dazu, sodass wir ein nettes, kleines Grüppchen wurden. Ich glaube allerdings mich hat es als erstes ins Bett verschlagen. So gegen halb 10 oder so. Was trotzdem tierisch lang ist. Nach der Sauferei ließ ich mich von meinen Eltern abholen, die Weihnachtsferien sollten beginnen.

Eigentlich wollte ich gar nicht so lange in Verden bleiben, aber was hat es für einen Sinn, wenn man immer wieder hin und her fahren müsste, da ich nur 2 Tage später die Mädchen in Verden treffen wollte. Wir trafen uns am E-Center. Dort überreichte ich Maik sein Sternkissen und Martha ihre heißgeliebten Teenie-Zeitschriften. Dann besorgten wir uns ein bisschen Wein und Bier und setzten uns an die Aller. Das Wetter kann noch so mies sein, wir platzieren uns dennoch immer an den versifften Fluss und werden sentimental. Würden wir allerdings jemanden kennen und mögen, der in Verden wohnt, würde es wahrscheinlich anders aussehen. In Bremen sitzen wir ja auch ständig an der Mühle. Wir haben einfach nicht die richtigen Connections. Dort angekommen unterhielten wir uns etwas und Lena schenkte uns das ultimative Geschenk: Es gab für jeden eine Kette mit einem Pizzastück als Anhänger. Zusammen ergibt das eine Pizza. Schöne Idee. Bevor jeder seine Kette umband, machten wir noch ein bisschen auf Sailor Moon und ließen die Fabulous Six auferstehen um das Böse zu bekämpfen. Dann berichtete Lena noch von ihrem "Judenkäppchen", während Martha ihr eine richtig große Mütze strickte. Und wie das so auf dem Land ist, mussten wir irgendwann zeitig nach Hause fahren, denn die Busse fahren nicht ewig.

Die darauffolgenden Tage war Weihnachten. Es war das erste Fest ohne Findus. Das habe ich hier auf dem Blog noch gar nicht verewigt, aber das kleine Kätzchen, das euch circa 50 % der Zeit treuherzig von dem Bild dort oben anschaut, ist Mitte des Jahres von uns gegangen. So alt sie schon war und ganz krank, wir konnten sie nur noch einschläfern. Allerdings wollte die kleine Kämpferin einfach nicht gehen, sodass sie noch eine zweite Dröhnung brauchte. Findus war schon immer die krasseste. Auf jeden Fall war es das erste Fest ohne sie und sie fehlt mir immer noch ganz schön. Jedes Mal wenn ich nach Hause komme, geht mein Blick als erstes zur Tür – vielleicht sitzt Knubbel ja vor der Tür. Bei der Katze in Göttingen hat das schon richtig krankhafte Züge angenommen. Manchmal recke ich alle paar Minuten den Hals, um zu gucken, ob sie nicht vielleicht vor der Tür sitzt und rein will. Unabhängig davon, ob sie noch draußen rum läuft oder vielleicht schon längst neben mir auf der Couch gammelt.

Ansonsten war das Weihnachtsfest so wie immer. Ich bekam einen Ofen geschenkt. Ja, ganz recht, einen Ofen. Auch wenn ich sagte, die Teile würden überbewertet, einen Ofen zu haben ist schon toll. Und der ist auch noch so schick und groß, dass ich sogar ein Hühnchen auf dem Spieß braten könnte. Irgendwann mach ich das mal.

27.12.14 – Stadthalle mit Martha, Maik & Ilka

Wie jedes Jahr veranstaltete die Stadthalle kurz vor Silvester wieder eine Party für alle Feierwütigen dieser Stadt. Mattie, Maik, Ilka und ich wollten auch dabei sein. Ich fuhr abends mit dem Fahrrad zu Ilka und traf dort schon auf Maik. Ursprünglich hatten wir geplant uns mit Martha, die zum Jahrgangstreffen in die Bodega gehen wollte, gegen 22 Uhr zu treffen, um uns dann schon einmal einen Stempel zu besorgen. Da Maik, Ilka und ich darauf aber keinen Bock mehr hatten und wir uns dachten, dass wir sicherlich auch so reinkommen würden, schlugen wir Martha vor, sie solle nach dem Bodegatreffen einfach zu Ilka kommen. Sie zog es dann vor, das Treffen gleich ausfallen zu lassen und unserem Beisammensein sofort beizuwohnen.

Da waren wir nun. Ilka und ich, schon sehr glücklich, liefen durch die Wohnung, zogen uns um, schminkten uns, hörten intensiv Musik, während Maik und Martha den neusten Kram austauschten. Ehe wir uns versahen, war es schon Zeit uns zur Partyzone zu begeben und dort angekommen, waren wir mehr als glücklich mit unserer Entscheidung. Wir kamen ohne Probleme hinein. Nicht mal eine Andeutung von einer Schlange wartete auf uns. Drinnen angekommen hieß es erstmal Lage checken und Sachen abgeben. Ich behielt meinen Mantel an, eine schlaue Entscheidung wie sich später noch herausstellen sollte. Die Musik war so mäßig, ich weiß aber auch nicht, was ich erwartet hatte.
Ilka und ich machten es uns zur Lebensaufgabe die Becher und Flaschen zurück zu den Theken zu bringen und dann das Pfand einzusammeln. Da kam richtig was bei zusammen. Gegen Ende des Abends wiesen mich die ein oder anderen Mitarbeiter schon auf das Pfand hin, ich nahm den Tipp gerne an. Da lobe ich mir doch das Land, die sind da nicht so eigenartig wie in Göttingen.

Im Laufe des Abends traf ich auf unglaublich viele Leute, die ich in meinem Leben kennengelernt hatte. Das hatte ich auch schon erwartet, aber es waren doch mehr als gedacht. Neben Sascha und Michael, Marthas Bruder, traf ich auch noch Leute aus BBS, Grundschule, Pesta oder Freundes Freunde. Eine Schulkameradin aus der Grundschulzeit hatte dann auch mindestens zwei peinliche Momente zu überstehen. Das Mädchen war einfach unfassbar betrunken. Richtig, richtig doll. Auf der einen Dance Area fiel sie das erste Mal um. Maik und ein Türsteher versuchten ihr aufzuhelfen, ich griff auch noch unter die Arme, aber die Alte war wie ein nasser Sack Kartoffeln. Keine Ahnung, wie sie es wieder hoch schaffte, um dann nur kurze Zeit später draußen mit einem lauten Poltern gegen die Bänke zu fallen. Daraufhin fiel sie ihrer genervten Schwester in die Arme und heulte wie ein Schlosshund.

Währenddessen lief ich die meiste Zeit durch den Laden und traf dort Leute und hier andere Leute. Manche schleppte ich mit zu Martha und Maik, die versuchten zu der miesen Mucke abzusteppen. Zwischendurch wurde ich immer mal wieder zu Jägermeister oder Bier eingeladen. Dann verloren Ilka und ich jeweils unsere Rauchutensilien. Jeder von uns machte sich mal auf zum Automaten neben dem Kino um neues zu besorgen, aber erst mit der Sparkassenkarte von Ilkas Arbeitskollegin, sollte es funktionieren. Bei dem Gerenne war ich wirklich mehr als froh über meine Jacke. Krank wurden wir später aber dennoch beide.

Viel Zeit am Abend verbrachte ich mit Michael, was Martha nicht so zu gefallen schien. Irgendwas hatten die beiden dann auch zu labern, während ich einfach daneben stand und super jut drauf war. An so 'nem Abend habe ich so viel Liebe zu vergeben, da fällt für jeden was ab. Selbst für Leute, die in Bänke fallen. Für die gibt’s Mitleid.
Etwas was Maik mir später berichtete, war die Sache mit Sascha und dem Glas. Ilka und ich können uns daran null erinnern. Ich fürchte auch, da sind noch ein paar mehr Sachen in meinem Kopf flöten gegangen. Zumindest soll es wohl so gewesen sein, dass ich Sascha ein Glas Irgendwas über den Kopf schüttete. Er war daraufhin ganz sauer und versuchte sich zu trocknen. Ich würde so gerne den Grund für die Aktion wissen. Es muss doch irgendwas gewesen sein, wenn ich das an so einem Abend mache. Auf jeden Fall verstehe ich jetzt auch, warum er sich nicht richtig verabschieden wollte. Das rallte ich in den Morgenstunden nämlich nicht.

Gerrit traf ich dort auch und daraufhin musste ich mir auch was von Martha anhören, ehe wir gemeinsam nochmal hingingen. Die beiden unterhielten sich während ich immer mal wieder vorbeihüpfte. Um den Hals trug ich noch Michaels Krawatte, die ich mit nach Hause nahm. Dort übte ich Krawatte binden. Besser gesagt: ich machte es einmal und dachte, das ist das einfachste auf der Welt. Nachdem Maik gegangen war, machte sich auch das Geschwisterpaar allmählich auf den Weg nach Hause, Ilka ebenfalls. Im Schlepptau hatte sie noch Helge. Ich blieb noch etwas da. Doch als die meisten Gläser weg waren, wurde auch ich müde und fuhr ebenfalls zu Ilka, Sachen abholen und dann Richtung Bett.
16.4.15 16:29


Kurz vor Weihnachten ging's nochmal rund

Plasmaspenden

Dieser Eintrag soll sich meinem neuen Nebenjob als Lebensretter widmen. So zumindest nennt mich das CSL Plasmacenter und ich lasse sie gutmütig gewähren. Martha hatte mir von dieser Art zu spenden erzählt und erwähnte dabei die vielen Vorteile. Also versuchte ich mein Glück und soweit sah alles gut aus, bis es an meine Venen ging. Die eine Krankenschwester nannte sie liebevoll Mäuschenvenen. Super dürre Teile, die da durch meine Arme laufen, vielleicht habe ich deshalb immer so kalte Hände. Manche Krankenschwestern piksen mich ohne mit der Wimper zu zucken, andere sind total überfordert und ziehen die Profis heran. Mittlerweile sind meine Venen und ich aber im Einklang, wir haben herausgefunden, wie wir das ganze ohne große Komplikationen erledigen können. Das Lämpchen leuchtet fast immerzu grün, das eine Ding dreht sich super schnell und mit einer halben Stunde bin ich unter den Schnellen. Allerdings nur wenn ich nonstop mitpumpe, ohne läuft gar nichts. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Verkraften tue ich diese Spenden soweit immer ganz gut. Nach meiner zweiten bin ich an der Bushaltestelle ohnmächtig geworden. Das waren die längsten 3 Minuten meines Lebens. So lange dauerte es nämlich noch, bis mein Bus kommen sollte. Mir wurde heiß und schlecht, alles war verschwommen und gleißend hell. Als ich mich hinhockte, kamen schon die ersten Leute an und fragten, ob mit mir alles in Ordnung sei. Mein einziger Gedanke galt dem Bus. Wenn ich den verpasse, muss ich noch 'ne Stunde warten und ich wollte doch einfach nur nach Hause. Als er endlich einfuhr, ging ich dort hin und lehnte mich gegen eine Säule während ich in der Schlange wartete. Als nächstes öffnete ich die Augen, total orientierungslos blickte ich in viele Gesichter und realisierte, dass ich auf dem ekeligen Busbahnhofsboden liege. Die eine Frau fragte, ob ich okay sei, oder ob sie einen Krankenwagen rufen sollte. Ich dachte nur: "Bitte lass meinen Bus noch da sein. Ich will nicht noch eine Stunde warten. Wo ist meine Geldbörse? Um Gottes Willen bitte keinen Krankenwagen!" Nach der kleinen Ohnmacht ging es mir viel besser, immer noch schwach, aber ich konnte wenigstens wieder richtig gucken. Die Frau wollte immer noch einen Krankenwagen rufen, weil ich anscheinend mit dem Kopf gegen die Bank geknallt war. Davon habe ich nie etwas bemerkt. Keine Beule, keine Kopfschmerzen, nix. Stattdessen erklärte ich ihr die Situation und stieg in den Bus. Eine Person stand sogar für mich auf, damit ich sitzen konnte. Im Nachhinein hätte ich mich irgendwie gerne mehr bei den Leuten bedankt. Die waren alle so hilfreich und nett, aber mein Bus! Das war wirklich der einzige Gedanke, der mir durch den Kopf fegte. Öffentliche Verkehrsmittel machen mich einfach fertig. Ich muss es wissen, schließlich verbrachte ich in 3 Jahren hochgerechnet 23 Tage nur im Zug. Mein zu Hause sind die Bahnhöfe dieser Welt.

13.12.14 - In Achim bei Nils

"Es wird Zeit, dass es Vierecke regnet, damit es quadratische Weihnachten gibt! Wo ist der Rosé?"

Mitte Dezember fuhr ich mal wieder nach Hannover ein bisschen Geld verdienen. Auf dem Weg nach Hause beschloss ich mal Nils zu fragen, was der denn am Wochenende so vorhat. Schließlich sollte die letzte gemeinsame Party schon fast 2 Monate her sein und ich wollte dancen. Wir entschieden uns für den Samstag. Am späten Nachmittag machte ich mich auf den Weg und musste in Hannover eine widerwärtige Erfahrung machen. Ich wollte die letzten Warteminuten auf meinem Bahnsteig verbringen und lief die 100 Meter bis zum gelben Suchtquadrat. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem Mann vorbei, der dort hockte und sein Geschäft verrichtete. Und ich rede hier nicht von kleinen Geschäften. Von weitem war ich mir zu erst nicht sicher, weshalb dieser Kerl da auf dem Boden kauerte, doch nachdem ich genauer hinsah, brannte sich das Bild in mein Gehirn. Ab und zu blitzt es mir wieder vor die Augen und dann gucke ich genau wie jetzt auch - super angewidert.

Auf jeden Fall erreichte ich Achim dann endlich gegen halb 10 und kurze Zeit später, waren die Lichter auch schon an. Ich kann mich noch an Partien Uno erinnern, die ich häufig gewann, obwohl es die komplett falschen Regeln waren, die wir verwendeten. Irgendwann warf ich mich noch in Schale und zog mir ein Weihnachtsmann-Negligé über, das noch von Nils alter Freundin stammte. Damit lief ich quasi die ganze Zeit rum und sah mir im Spiegel immer wieder meinen Rücken an. Ich stand an dem Abend total auf meinen Rücken. Nach einer Weile besuchten wir auch nochmal Phil, der einzige Hausbewohner, der sonst noch da war. Er spielte auch nochmal Uno mit und ich traf die Katze. Woah, die Katze war super. Anfangs etwas scheu, aber ich lass mich ja nicht abwimmeln. Wir kuschelten und spielten und ich überlegte die ganze Zeit, wie ich sie am besten klauen könnte. Selbst in den Morgenstunden war ich noch am Köpfchen kraulen. Ah, gute Katze!

Das Gedächtnis glich an diesem Abend wieder mehr denn je einem Sieb und deshalb erwähnte ich ganz euphorisch, wie leicht mir so ein "Gedächtniskracher" wie das richtige Austeilen von Spielkarten fallen würde. Es fiel mir auch wirklich leicht - die falsche Anzahl an Karten kam aber trotzdem dabei raus. Nichtsdestotrotz hatte ich ein neues Wort geschaffen: Gedächtniskracher. Nils und ich nahmen uns vor, es nicht wieder zu vergessen und entwickelten im Laufe des Abends noch weitere Versionen. Es gibt noch Gehirnkracher, Augenkracher und alles was das Kracherherz sonst noch begehrt. In den frühen Morgenstunden stießen noch andere Leute kurz dazu, doch das Schnurren der Katze ließ mich schläfrig werden und ich fuhr wieder nach Göttingen.
Ich kann gar nicht sagen, ob der Haufen in Hannover noch da war. Aus Angst entschied ich mich wohl gegen einen weiteren Besuch des besagten Bahnsteigs in so kurzer Zeit.
15.4.15 23:34


Magic Maik wird 24

20.11.14 – Besuch von Maik und Lore

Als Maik Mitte Oktober bei mir vorbei schaute, um die spaßigen Turtels auszuprobieren, machte ihm das so viel Spaß, dass er seinen vielen Freunden von seinen neuen Erfahrungen berichtete. Ein Gefühl, dass ich nur allzu gut kenne, aber das gibt sich wieder. An diesem Abend wollten wir also Lore in die Welt einführen. Wir entschlossen uns das Ereignis trotz der Drohungen meines Nachbars bei mir zu veranstalten. Gegen halb sieben standen die beiden vor meiner Haustür. Lore und ich lernten uns kennen und ich erfuhr die neusten Partykracher. Dann machten wir uns eiligst bald an den Shit. Wie vor jedem Spuk ging ich nochmal auf die Toilette bevor es losging und rannte gegen die geschlossene Tür. Denn normalerweise lasse ich jede Tür im Haus sperrangelweit auf, aber meine Gäste irgendwie nie. Als ich wiederkam, war Lore schon sehr glücklich. Maik und ich ließen uns noch etwas Zeit.

Wenn ich so recht drüber nachdenke, muss ich sagen, dass solche Abende immer sehr, sehr mädchenmäßig sind. Es werden Haare geflochten, die Fingernägel lackiert, man kuschelt, man bildet eine Kette aus Massagen. Wieso haben wir eigentlich noch nie eine Kissenschlacht gemacht? In Unterwäsche am besten? An diesem Abend zog ich auch abermals meine vielen verschiedenen Kleider über und zeigte den beiden mein wiedergefundenes Portemonnaie inklusiver Mäuschentasche für diverse wichtige Karten. Zum Rauchen blieben wir dieses Mal drin, wenn der Gastgeber selbst zu faul zum Rausgehen ist, sollten die Gäste es ebenfalls nicht tun müssen. Im Laufe des Abends wurde es Lore ganz kalt, obwohl ich mich dazu herabließ, die Heizung aufzudrehen. (Dazu ein kleiner Einschub: Das wenige Heizen in diesem Jahr brachte mir eine Nebenkostenrückzahlung von etwa 100 Euro ein. Hört auf zu heizen, nehmt Decken!). Sie zog sich meinen dicken, schweren Parker an, Kapuze auf dem Kopf, in Gammelhose, Maik und ich dagegen tanzten leicht bekleidet daneben. Wir sahen uns wieder den echten "Magic Mike" bei Youtube an und erweiterten das Repertoire um eine Tanzszene aus "Step Up". Mit einem Regenschirm in der Hand tanzten wir zu "Umbrella" von Rihanna und schossen zwei hübsche Fotos von uns. Es gab keine Probleme mit dem Toilettengang, außer dass Maik immer wieder das Flurlicht löschen musste. Er konnte nicht anders. Dann packte ich noch meinen Nostalgieordner aus. Er ist gefüllt mit allerhand Erinnerungsstücken wie Bildern, Karten und Briefen. Die Krönung der Sammlung ist aber wohl das Original der "Blauen Liste". Unbezahlbar.

Dieser Abend hatte eine ganz andere Grundstimmung, als der erste Streich mit Hantelboy. Wir waren viel gesetzter, hörten ruhigere Musik und lagen viel rum, während der Bass uns einwaberte. Gegen Ende des Abends verschlug es Lore immer mehr die Sprache und sie setzte sich schweigsam auf die Couch. Maik und ich in Sorge, ob noch alles in Ordnung sei, waren irritiert. Ihr schien nichts zu fehlen, aber so hatte ich das auch noch nicht erlebt. Gegen 2 war die Luft raus, die beiden riefen sich ein Taxi und zum Abschluss spielte ich ihnen noch einmal "Sissi" vor, damit sie einen schönen Ohrwurm für den Nachhauseweg hatten. Ich derweil sah mir ein wenig "Melrose Place" an (beste Serie ever) und fiel dann in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

03.12. & 05.12.14 – Maiks Geburtstag

In den ersten Zügen des Dezembers hatte Maik Geburtstag. Ich glaube, es war ein Mittwoch, als ich auf ein Käffchen vorbeischaute. Dort erzählte er mir von seinen Geschenken und zeigte mir seinen neuen Kalender. Zwei Tage später sollte dann die große Fete steigen. Ich war auch eingeladen und sogar eine der ersten vor Ort. Den Freitagnachmittag hatte ich damit verbracht, mich endlich mal für die Plasmaspende anzumelden. Solltet ihr auch mal tun. Und gebt meinen Namen an!
Ich hatte zwei Flaschen Wein zur Verfügung und vorher ein bisschen Freude geschluckt. Als ich dort ankam und nach und nach mehr Gäste eintrudelten, war ich etwas überfordert. Das bin ich aber immer, wenn plötzlich viele laute, unbekannte Menschen aufeinander treffen und ich mit dem Kennenlernen gar nicht mehr hinterherkomme. Ich unterhielt mich ganz, ganz viel und war richtig gut gelaunt. Es war ein Spuk nur ohne anstrengende Ticks. Richtig awesome. Den Alkohol bemerkte ich irgendwann auch, aber alles wunderbar light. Es gab übertrieben heftigen Wodka-Wackelpudding und zwischendurch kamen Leute vorbei, die glaube ich niemand kannte. Wollte die eine nicht nur auf Toilette gehen, während die anderen was Alkoholisches abgreifen? Ich weiß noch, dass ich mich mit dem einen unterhielt und der wahnsinnig unsympathisch war. Vor allem für jemanden in seiner Position. Immerhin wurden sie irgendwann rausgeschmissen.

Dann unterhielt ich mich noch mit dem Freund einer Freundin von Maik. Der war sympathischer, aber konnte der labern. Wow, nach der dritten Ausführung konnte ich seine Ansichten in und auswendig. Mit einem Mädchen unterhielt ich mich über Chöre und wie gerne wir wieder sowas machen würden und mit Johanna laberte ich über alles Mögliche. Ein paar Gäste liefen immer wieder raus und wollten draußen auf der Straße unter sich rauchen, oder so, während Maik und ich schon mal ein bisschen anfingen zu dancen. Während des Losgehens bekamen die besagten Gäste noch eine kleine Standpauke von dem Geburtstagskind verpasst, die in Tränen endete. Ich hielt mich daraus, meine Stimmung war viel zu gut und ich dachte mir irgendwie: "Ich bin zu alt für diesen Scheiß. Für diesen Kram." Wir machten uns auf den Weg ins einsB, wo die Party enden sollte. Ich kann mich noch an den Raucherbereich erinnern, dort hatte ich ein bisschen mit Maurice rumgemacht, es wurde getanzt und in meiner nächsten Erinnerung sitze ich wieder in Maiks Küche. Ich fuhr mit dem Fahrrad nach Hause und war total tot. So wie eigentlich jedes Mal, wenn ich in Göttingen feiern gehe. Das sind immer ultra zerstörerische Abende. Aber ich hatte grandios viel Spaß, vor allem weil ich nicht diejenige war, die heulen musste oder Ärger machte, sondern nur gut gelaunt durch die Stunden glitt.
11.4.15 12:52


Ein ganzes Wochenende Stubu

14.11. - 17.11.14 - Stubuwochenende mit Ilka

Mitte November verschlug es mich wieder in die alte Heimat. Ich landete am Freitagabend bei Ilka ohne zu wissen, was nun der Plan war. Da Ilka Merles Geburtstagsfeier beiwohnen konnte, war sie noch so von der Party euphorisiert, dass sie an diesem Abend auch wieder das Nachtleben unsicher machen wollte. Ich war im Grunde nicht abgeneigt, allerdings geldlos, da meine Karte wegen des verlorenen Portemonnaies immer noch gesperrt war und ich sowieso nie Geld habe. Also borgte Ilka mir etwas. Aus dem etwas wurde ein bisschen mehr und am Sonntag hatte ich richtig hohe Schulden. So ganz genau weiß ich immer noch nicht, wie das passieren konnte. Ich war doch mit dem Gedanken dorthin gefahren, ich gebe meine letzten 5 Euro aus und wir chillen zu Hause ein bisschen, weil manch einer noch 'nen dicken Fuß hat. Tja, so kann's gehen.

Wir veranstalteten also einen richtigen Mädchenabend mit Prosecco, Zöpfe flechten und schminken. Gegen Mitternacht kam das Taxi und wir landeten im Stubu. Das erste Mal wie in alten Zeiten, seit ewigen Zeiten. Wir ergatterten eine super Ecke im Raucherbereich, tranken etwas und warteten darauf, dass wir angesprochen werden. Aber zuerst gab es noch ein Katzenleckerli für jeden. Schmeckt aufregend lahm. Ein bisschen wie salzige Pappe.

Der erste Kerl lebte glaube ich in Norwegen? Er zeigte uns Fotos und schien soweit ganz nett zu sein, aber ihm gefiel nicht so sehr, dass wir uns mit anderen unterhielten. Und das gefiel uns wiederum nicht so sehr. Irgendwann erblickte ich einen hübschen Kerl. Er und seine Kumpels setzten sich irgendwann zu uns. Ilka unterhielt sich mit dem Hübschen, während ich mir einen anderen vornahm. Der brüstete sich damit, dass er ein Arschloch sei und stellte sich mit: "Ich bin ein Arschloch, ich spritzt dir ins Gesicht!" vor. Das glaubt man doch gar nicht, was es für Menschen gibt, oder?

Ich sagte ihm, dass die Welt auch solche Leute brauche. Das meine ich auch wirklich ernst, wenn alle Kerle super duper drauf wären, wäre es todlangweilig. Von wem würde ich hier ansonsten jetzt berichten? Er war begeistert von meiner Einstellung. Das war ungefähr die Ausgangslage des Abends. Wir saßen zu viert am Tisch, tranken, aßen Salzstangen, knutschten rum und mein Kerl flüsterte mir lauter versaute Sachen ins Ohr. Ilkas war zurückhaltender und um einiges hübscher, aber eine Zahnspange hätte ihm gut getan. Nach einiger Zeit gingen die Lichter an und wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Vor dem Stubu verabschiedete ich mich noch von meinem Kerl, der enttäuscht zu sein schien. Ich gaukelte ihm aber auch die ganze Zeit etwas vor. Manchmal kann ich halt auch ein Arschloch sein.

Dann bemerkte Ilka, dass ihr Handy fehlt. Irgendwo im Laden musste es ihr abhandengekommen sein. Ihr Süßer klopfte dort nochmal an die Tür, während wir zwei weitere Typen vor dem Club kennen lernten. Der eine konnte wahnsinnig schlecht Kippen drehen und mit dem anderen tauschte ich Erfahrungen diverser Mittel aus. Leider kam Ilkas Typ mit schlechten Nachrichten zurück: bis jetzt hatte sich das Handy noch nicht wieder eingefunden. Im Zug nach Hause war Ilka betrübt und ich überrascht. Die verliert sonst nie etwas.

Am nächsten Morgen ging es uns beiden nicht gerade berauschend. Allerdings legt sich das bei mir immer mit der Zeit etwas. Nach dem Aufwachen geht quasi die Welt unter und nach den üblichen Riten scheint die Sonne wieder etwas heller. Was mir auf jeden Fall den Tag versüßte, war Ilkas Katze. Das kleine Ding ist endlich mal so verspielt, wie ich es mir immer von meinen Tieren erhoffte. Stundenlang können wir durch die Wohnung toben und uns dabei total verausgaben. Währenddessen jammerte Ilka ein wenig über ihr Handy und ihre Kopfschmerzen. Sie überlegte abends wieder zum Stubu zu fahren, um nach ihrem Handy zu fragen. Ich rechnete kaum mit einem erneuten Besuch, da es ihr so mies ging, weswegen ich auch gar nicht richtig trank. Fürs Stubu muss man nämlich trinken, sonst geht das nicht. Letztendlich fuhren KrückenIlka und ich doch. Dort angekommen quatschten wir uns durch die Stockwerke auf der Suche nach dem Gerät. Dann kam ein Mann, in der Hand ein Handy und wir sprudelten über vor Freude. Ich habe mich wohl noch nie so sehr für jemanden gefreut, weil der seine Sachen wiederbekam. So freue ich mich nicht mal, wenn ich meine eigenen Sachen wiederfinde.

Danach machten wir uns wieder auf in den Raucherbereich, unsere coole Ecke war leider besetzt. In einer anderen Ecke kamen sogleich Leute dazu, mit denen Ilka sich unterhielt. Ich war ein bisschen unglücklich. Nüchtern im Stubu ist einfach nicht mein Fall. Also trank ich übertrieben teure, aber wirksame Drinks um das zu ändern. Ich kann gar nicht mehr sagen, was dann passierte, was wohl für die Qualität der Getränke spricht.

Am Sonntag fuhr ich zu meinen Eltern nach Hause, um am Montag gleich wieder Richtung Göttingen zu düsen. Ich nahm mein leicht lädiertes Fahrrad mit, da die Dummen in Göttingen regieren. Sie machen den Busfahrplan so widerwärtig, dass ich mich nun mehr dazu veranlasst sehe, mit dem Fahrrad mein Ziel zu erreichen. Aber dafür musste es erst einmal mit dem Zug nach Göttingen transportiert werden. Wenn das Teil nur nicht so riesig wäre, es ist größer als die Dicke Julia. Doch mittlerweile will ich es nicht mehr missen, so ein Fahrrad hat schon seine Vorteile, wenn man den Berg runter rauschen kann. Man darf sich nur nicht betrunken von der Polizei erwischen lassen, aber dazu später mehr.
10.4.15 17:51


Kino, Tower und danach noch 'ne nervenaufreibende Sportlerparty

Heute 3 Geschichten, damit ich hier bald mal fertig werde.

30.10. & 02.11.14 – Kino in Hannover

Im November 2004 sah ich meinen ersten Bollywoodfilm durch reinen Zufall im Fernsehen und von da an war ich verloren. Meine große Leidenschaft für dieses Kino hielt sich ungefähr drei oder vier Jahre und es verging kein Tag, an dem ich nicht mit vollem Eifer das Internet nach Neuigkeiten durchstöberte, die Musik durchs Haus läuten ließ oder mir Filme und Videos in Dauerschleife reinzog. Ich war ein richtiger Fan. Doch mit 16 oder 17 Jahren wurden plötzlich andere Dinge interessanter, der Nachschub an Filmen wurde weniger und meine Begeisterung ließ nach. Nichtsdestotrotz behielt es immer seinen festen Platz in meinem Herzen, ich verteidigte es weiterhin und wenn ich mal wieder über einen Film im Fernsehen stolperte, blieb ich auch mal hängen.

So lief das ungefähr 6 Jahre lang, bis an einem Sonntagabend ein mir unbekannter Film im TV ausgestrahlt wurde, den ich mir ansah. Der Film war gut, keine Frage, aber es gibt bessere. Dennoch gab es ein, zwei Szenen, die mich vor den Fernseher krabbeln ließen, da ich meinen Augen nicht trauen konnte und zwischen Überraschung, Freude und Erstaunen feststeckte. Das war der Moment, als ich dem Internet befahl, mir alles über die Ereignisse und Neuigkeiten der letzten 6 Jahre in der indischen Filmindustrie zu erzählen. Und oh Boy, was da alles los war. Etliche hatten geheiratet, sich scheiden lassen oder Kinder bekommen, saßen im Knast, zeigten ihren Ex-Freund an, stritten sich, hatten Mafiaprobleme, hatten einen Menschen tot gefahren, etc. Hollywood ist ein Witz dagegen. Ebenso fing ich wieder an, mich für die Filme selber zu interessieren und schwelgte im Glück.

Eine Sache, die mich dabei verzückte, war der Release eines großen Blockbusters in nächster Zeit. Und weil der Filmgott mich in diesem Sommer ganz besonders gerne hatte, verfügte er darüber, dass der Film auch in Deutschland mit Untertiteln laufen sollte. Es traf sich gut, dass ich am ersten Novemberwochenende sowieso nach Hause fahren musste. So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und mir den Film in Hannover ansehen. Die Zeit war knapp bemessen, Gott sei Dank hatte ich mir das Ticket schon online gekauft und dann ging es in den Saal. Normale Filme haben immer noch ein bisschen Werbung vorweg, dieser leider nicht. Ich verpasste den Anfang. Meinen Sitzplatz hatte ich auch nicht gefunden. Das Cinemaxx in Hannover ist eben doch ein anderes Kaliber als das Cine City in Verden. Dennoch, ich saß auf einem gemütlichen Sitz, die Leinwand war groß, die Lautstärke voll da und der Saal war gut gelaunt und nahezu ausverkauft. Während der Vorführung hatte ich wahnsinnig viel Spaß. Noch nie hatte ich einen Film dieser Art im Kino gesehen. Ich lachte ultra viel und mein Herz schlug zum Takt der Musik. Die ganze Zeit bestaunte ich die Schauspieler, die Farben, die Tänze, das Soundsystem und die Größe der Leinwand. Aus mir strömte pure Freude, die sich während des einen Songs in ein lachendes Weinen verwandelte. Wirklich. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie vor Freude geheult, bis zu diesem Tag. Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt wenigstens eine simple Sache, die ihn so glücklich macht, dass er aus dem Lächeln nicht mehr rauskommt. Also stand fest, dass ich die 12 Euro mehr als gut angelegt hatte. Den Abspann bekam ich leider nicht mehr mit, mein Zug wartete, aber wenn ich mir den auch noch reingezogen hätte, wäre ich höchstwahrscheinlich explodiert. Stattdessen ging ich zum Zug und weinte auf dem Weg nach Hause noch zwei Mal. Ich alte Heulsuse, ey.

Als ich dann in meinem Elternhaus ankam, war ich todmüde. Mein ganzes Adrenalin hatte ich im Kinosaal verpulvert und nun fiel ich wie ein Stein selig ins Bett. Am übernächsten Tag fuhren wir nach Hamburg um dort eine Beatles-Tour zu machen, die mein Vater zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Noch berauscht von meinem Kinobesuch am Donnerstag hatte ich beschlossen, den Film am Sonntagnachmittag ein weiteres Mal zu sehen. Es sollte mein Rückreisetag nach Göttingen werden und ich wollte die letzte Zugfahrt wieder total high erleben. Der Unterschied bestand dieses Mal nur darin, dass ich mir ein Ticket am Schalter kaufte, das eigentlich für einen anderen Film gedacht war. So musste ich nämlich nur 8 Euro zahlen. Hochriskant, die ganze Angelegenheit und zwischenzeitlich sah ich mich schon bei "Sex Tape" langweilen, denn mein gewünschter Kinosaal befand sich genau neben den Kartenabreißerinnen. Mit meiner dicken Tasche in der einen und den 2 ½ Kilo Kartoffeln in der anderen Hand wäre ich sicherlich aufgefallen. Aber auf die indische Bevölkerung ist ja Verlass. Die gehen halt ganz gerne mit der ganzen Großfamilie auf einmal ins Kino und auf so eine Gelegenheit wartete ich. Die Kartenabreißerinnen wussten gar nicht wie ihnen geschah, als die Menge über sie hinweg rollte, Karten wurden gezeigt, die Kinder liefen schon vor, überall Geplapper, während meine Kartoffeln und ich uns unbemerkt reinschleichen.

Ich setzte mich wieder auf meinen bekannten Platz und betete, dass der Saal nicht ausverkauft sei und die Lichter bald ausgehen mögen. Sobald sie das taten, fiel mir ein Stein vom Herzen. Dieses Mal bekam ich den Anfang mit und auch das Ende. Der Schluss ist zuckersüß. Er lässt mich meine innere Uhr ticken hören. Etwas später im Monat sah ich mir den Film noch einmal an. Zu Hause in mäßiger Qualität. Absolut kein Vergleich zu diesem Kinoerlebnis, ich freue mich schon auf das nächste.

04.11.14 – Im Tower mit Lena

Anfang November hatte Lena mal wieder Geburtstag und sah dies als willkommenen Grund dem Norden einen längst überfälligen Besuch abzustatten. So sollte es sein, dass wir beschlossen, mal wieder den Tower unsicher zu machen. Maik wollte auch mitkommen, aber irgendwas kam ihm dazwischen. Also trafen wir uns nur zu zweit am Bremer Bahnhof und gingen in alter Tradition zum Burger King zum Vorglühen. Um nicht total daneben zu sein, wollte Lena sich etwas kaufen. Ich glaube es waren Satis Fries, aber die waren nicht mehr vorrätig, weshalb wir normale Pommes für weniger Geld bekamen. So ganz bekomme ich den Ablauf nicht mehr hin. Auf jeden Fall machten wir Gewinn.

Irgendwann musste ich mal auf die Toilette und rief mir das Cinemaxx in Hannover in Erinnerung. Dort kann man ganz toll, unbemerkt und umsonst auf Toilette gehen, auch wenn man sich keinen Film ansieht. Also suchten wir das Bremer Äquivalent. Dort angekommen, kamen uns 2 ehemalige Mitschüler Lenas entgegen. Der eine war Roman, Maiks Cousin, den anderen kenne ich gar nicht. Der fragte mich aber, was mit meinem Haar los sei. Es sei irgendwie zu viel für meinen Kopf. Während ich die Toilette unsicher machte, wurde Lena von den beiden auf einen Cocktail eingeladen. Wir als arme, gierige Schlucker nahmen das an und da saßen wir nun. Eine super eigenartige Situation, weil die beiden auch einfach super eigenartig sind. Ich dachte immer, ich sei ungesprächig, aber gegen die beiden kann ich ja labern wie ein Weltmeister. Ganz zu schweigen von der eigenwilligen Mimik der beiden. Nach einem unbehaglichen Cocktail, fragten sie, ob wir für einen zweiten noch bleiben wollen. Aber wir mussten ja zum Tower, sonst kämen wir nicht mehr rein, oder so. Da hilft kein Geld der Welt, dass man das zufällige Beisammensein länger hätte hinauszögern können. Bevor wir allerdings zum Club gingen, saßen wir erst noch mal eine halbe Stunde auf einer Treppe und lästerten. Dann ging es los.

Wir stürmten die untere Tanzfläche, keine 5 Minuten da, sagt Lena: "Oh, sieh mal. Da ist Ryanair". Wahre Liebe findet eben doch immer zusammen. Nur dass Rainer da gerade mit einer ganz anderen Tante zu Gange war. Sie tanzten eng und man sah Lena die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Ich hoffe, sie ist mittlerweile darüber hinweg. Den ganzen Abend über, sahen wir ihn nicht mehr. Er wird doch nicht etwa Erfolg gehabt haben?

Den restlichen Abend habe ich vergessen. Erst die Rückfahrt fällt mir wieder ein. Ich schlief nämlich im Zug ein und während der Zug gerade wieder aus dem Göttinger Bahnhof herausfuhr, weckte mich die dumme Schaffnerin und fragte, ob ich nicht hier aussteigen wollte. Ich bejahte und die Kuh sagte nur: "Hatte ich mir doch gedacht." Ja, schön dass du mich weckst, sobald der Zug wieder zurückfährt und nicht in den 20 Minuten Aufenthalt in Göttingen. So musste ich noch 'ne Stunde an meine Reise dranhängen, ehe ich endlich die Äuglein schließen durfte.

06.11.14 – Sportlerparty im ZHG

Pünktlich zum Beginn der Vorlesungszeit veranstalten die Menschen in Göttingen eine Party nach der nächsten. Eine davon besuchte ich auch und zwar mit Maik, Ariane, Katja und Jessie (Ich könnte nicht stolzer auf mich sein, dass mir die Namen wieder einfielen). Wir trafen uns bei Maik in der Küche und fingen dort an, ein wenig vorzuglühen. Oder ein wenig mehr. Ich glaube mir wurde noch nie so sehr vor Augen geführt, dass ich keine 18 mehr bin. Da die jüngeren der Truppe ein wenig Angst hatten, dass wir nicht mehr ins ZHG kommen würden, wenn wir nicht schon um 10 Uhr auf der Matte stehen, mussten wir uns mit dem Trinken ranhalten. Auf dem Parkplatz spielten wir noch eine Runde Flunkyball, ehe wir dorthin gingen. Es war schon ganz gut besucht, aber ich würde sagen, wenn wir zwei Stunden später dort aufgetaucht wären, hätte das vielleicht auch gelangt. Das ZHG ist halt auch riesig.

Wie dem auch sei. Wir waren drin und dann gab es erst mal was zu trinken. Ich hatte eine komplette Flasche Wein mit reingeschmuggelt, die Maik und ich draußen beim Rauchen verzehrten. Danach wollten wir uns trennen, um auf die Toilette zu gehen und dann wieder zueinander finden. Einen Treffpunkt gab es, aber es sollte nicht funktionieren. Die Schlange der Mädchen war so lang, dass ich zuerst keinen Bock hatte zu warten, dann wartete ich wieder und dann wieder nicht. Und so sollte es sein, dass wir uns verpassten. Für den Fall, dass einer die Gruppe verliert, gab es keinen Notfallplan. Das war mir dann aber auch irgendwie egal, da ich bemerkte, dass mein Portemonnaie verschwunden war. Ein Alptraum. Ich suchte den ganzen Laden ab, fragte alle möglichen Leute, die Türsteher, die Kasse, niemand konnte mir helfen. Ich weinte mich durch die Menge, da ich die anderen auch nicht wiederfand und es erst halb eins war. Die Party hatte noch nicht mal richtig begonnen, da hatte ich schon alles verloren. Super betrunken war ich auch, sodass ich mich dann auf den Weg nach Hause machte. Im Nachhinein würde ich sagen, ich hätte dort bis zum Schluss bleiben sollen. Dann hätte ich das Teil vielleicht eher wiederbekommen. Aber erfahrungsgemäß sind die meisten Menschen ja schlecht, wenn es um sowas geht. Stattdessen sammelte ich auf dem Marsch nach Hause Flaschen. 1,50 Euro sprangen dabei raus. Damit kann man schon was anfangen.

Am nächsten Morgen bekam ich einen Anruf von der Göttinger Polizei: "Sie haben mal wieder was verloren?" Ein Türsteher hätte das Portemonnaie in einer Polizeistation in Schieß-mich-tot in Hessen abgegeben. So dankbar ich war, so angepisst war ich auch. Ich studiere und wohne in Göttingen, wie kommt man darauf, dass in Hessen abzugeben? So musste ich bei den Hessen anrufen und wir vereinbarten, dass sie es mir zuschicken. Ungefähr eine Woche später konnte ich es dann für nur 5 Euro beim Fundbüro in Göttingen abholen. Immerhin lief das schneller ab, als beim ersten Mal. Trotzdem ist das Verlieren der Geldbörse so ziemlich das blödeste was man machen kann. Man hat kein Geld, kommt nicht von A nach B, kann sich nicht ausweisen und wie lange soll man warten, ehe man alles neu beantragt? Ich lernte aus meinem erneuten Fehler, in dem ich meine Karten jetzt in unterschiedlichen Taschen aufbewahre. Verliere ich eins davon, habe ich so wenigstens noch die anderen.
9.4.15 18:37


Heidelberg

23.10. - 25.10.14 - Heidelberg

Tach, tach, tach.

Es war schon gut ein Jahr her, dass ich Mattie in Heidelberg besuchte. Und da sie uns alle so schön zu ihrer Geburtstagsparty einlud, machte ich mich Ende Oktober wieder Richtung Süden auf. Meine letzte Fernbusreise lag schließlich auch schon ein wenig zurück und ich wollte mich mal wieder daran erinnern, wie schlimm so eine Busfahrt doch sein kann. In Heidelberg angekommen war es schweinekalt. Wirklich. Ich wartete dort auf Lukas und quarzte eine nach der anderen, da es während der Busfahrt keine Pausen gab. Als wir uns dann endlich fanden, ging es erstmal Bier kaufen und ich jammerte noch ein wenig über den kaputten Reißverschluss meines Rucksacks. Dann fuhren wir endlich zum Studentenwohnheim. Dort fand eine kleine spontane Party statt. Es gab Windbeutel, Wein und Pizza. Ich lernte ein paar Heidelberger kennen, aber ich kann jetzt schon sagen, ich habe alle Namen wieder vergessen. Geraucht wurde in dem angrenzenden Bad, das Martha sich mit einem anderen Mädchen teilen musste, welches Gott sei Dank nicht da war. Nach und nach verabschiedeten sich die Gäste, denn die richtige Party sollte ja erst noch kommen.

Als wir irgendwann nur noch zu zweit in dem Zimmerchen waren, beschlossen wir uns einen Horrorfilm anzusehen. Irgendwas mit Annabell Ring Ring. Eine böse Puppe, die alle dämonisiert. So richtig kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich studiere ja auch schon seit drei Jahren. Verstehst du nicht das? Zuvor bezogen wir noch Marthas Bett und tauschten dabei wie ordnungsliebende Vorzeigemütter unsere Erfahrungen bezüglich diverser Waschmittel und Weichspüler aus. Wir hatten wohl auch ein bisschen einen sitzen. Dafür, dass wir am nächsten Tag erst richtig loslegen wollten, blieben wir ganz schön lange wach.

Gegen Mittag wachten wir auf und überlegten, was der Tag noch bringen sollte. Als erstes beschloss ich die mieseste Dusche der Welt zu nutzen. Ich glaube, die zweitmieseste war Marthas alte Dusche. Das liegt einfach daran, dass es in Heidelberg keine Duschen mit ausreichendem Wasserdruck gibt. Und diese hier hat dich noch zwischendurch verarscht, in dem sie die Temperaturen immer zu änderte. Aus diesen Gründen zog ich es vor, das ganze so kurz wie möglich zu halten und auf die Haarwäsche zu verzichten. Stattdessen kaufte ich mir später in der City so ein Spray mit dem ich mich einnebelte.

Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, ging es in die Stadt. Da wir das bei meinem letzten Besuch ausfallen lassen mussten, bummelten wir nun durch die Gassen und aßen ein Sub. Bei mir war es schon so lange her, ich wusste gar nicht mehr wie man richtig bestellt. Und bei der Soße berichtigten sie mich auch noch. Manchmal komme ich mir vor wie meine Eltern. Aber das Sub war delicious. Auf unserem Weg kamen wir an einem Schrank mit vielen Büchern vorbei, die man für lau mitnehmen durfte. Ich nahm auch eins mit. Wenn ich es wiederfinde, werde ich es lesen.

Auf jeden Fall sollte es so sein, dass wir an diesem Tag eine ganze Menge Ramschläden nach coolen Dingen durchsuchten. Eigentlich waren die Läden voll von coolen Dingen, aber dann doch etwas zu teuer für so einen Trödel. Dennoch gingen von uns beiden immer wieder begeisterte Jubelstürme aus, die die Verkäufer sicherlich verzückt vernahmen und großen Gewinn wittern ließen. Pah, nicht einen Cent gaben wir aus. Aber nächstes Mal. Dann bring ich extra Ramschgeld mit. Nachdem wir alle guten Läden durchstöbert hatten und die Zeit auch schon eiligst davon rann, begaben wir uns zum Einkaufen. Bepackt mit meinem Kaffee zum Mitnehmen und meinem neuen Buch in den Händen sah ich aus wie eine wichtige Verlagstante, die ganz busy eben mal bei Aldi reinspringt. Danach suchten wir noch den Rewe, fanden ihn, aber der war doof. Oder war es ein Edeka? Auf jeden Fall gab es dort nicht meinen guten Wein und irgendwas war noch doof. Aber egal, egal, egal. Wir bezahlten und dann ab nach Hause. Martha machte sich schick für ihre Party, ich drehte Kippen und die Piccolinis brutzelten im Ofen. Viel Zeit hatten wir nicht mehr. Als wir die Kneipe betraten, waren schon die ersten Gäste dort und wir gesellten uns zu ihnen. Jedem wurde aufgetragen seine Getränke selbst zu bezahlen, während manch einer auch mal eine größere Runde schmiss. Ich natürlich nicht, statt dessen kaufte ich mir ein Glas Bier und füllte es immer wieder neu auf. Eventuell kaufte ich mir später noch etwas anderes oder gab doch noch etwas aus, aber da verschwimmt meine Erinnerung ein wenig.

Noch recht am Anfang musste Martha sich den kleinen Tests des Kneipenbesitzers stellen. Sie bekam einen Löffelstiel in den Mund, dazu ein Ei und dann ruff auf den Tisch. Runner natürlich auch wieder und als Belohnung gab’s 'nen Kurzen. So waren bei Martha dann doch ziemlich schnell die Lichter an. Mit einigen Leuten unterhielt ich mich mehr, mit anderen weniger. Manchen erzählte ich Geistergeschichten und fixte sie damit an. Zu meiner Abrissparty lud ich natürlich auch alle ein. Falls die wirklich jemals stattfinden sollte und die Leute auch kommen würden, die ich da immer so überschwänglich einlade, könnte das eine enorme Fete werden.

Ein paar Partytiere spielten Billard und ich wettete mit anderen Gästen, wer denn das Spiel für sich entscheiden würde. Der Verlierer musste Kurze ausgeben. Da ich von den Spielern nur Lukas kannte, setzte ich zu meist auf ihn und konnte so alle Wetten bis auf eine für mich entscheiden. Spätestens dann waren auch meine Lichter an. Ich unterhielt mich an der Theke mit einem ausländischen Mann, der deutsch besser verstehen als sprechen konnte. Trotzdem versuchte ich ihn auf Englisch zu zu texten und berichtete vom tollen Göttingen. Den lud ich auch zu meiner Abrissparty ein.

An der Theke teilte ich mir mit Marthas Ex-Bewohnerin dann auch noch einen Cocktail. Da in dieser Bar angeblich noch nie jemand einen Cocktail probiert hätte, meldeten wir uns freiwillig und es schmeckte einfach wie ein Cocktail. Was soll man auch erwarten? Nach und nach verabschiedeten sich die Gäste und Lukas, Martha und ich konnten noch Matties Ex-Mitbewohner beim Rummachen beobachten. Martha und ich machten uns dann wieder auf zu ihr nach Hause. Mein Bus sollte bald fahren. Mein Plan war, wie letztes Mal auch schon, direkt nach der Party die Fahrt im Bus zu verschlafen. Allerdings war die Gastgeberin nicht so sehr davon überzeugt und buchte kurzerhand das Ticket mit Kreditkarte um.

Wir schoben die verbliebenen Piccolinis in den Ofen, dazu noch ein Brötchen, für das es gar keinen Belag gab und versüßten uns die Wartezeit mit Jägermeister und Kaffee. War es wirklich Jägermeister und Kaffee? Ich kann mich an beides erinnern, aber zusammen? Was für ein kranker Scheiß. Kein Wunder, dass mich Martha irgendwann aufforderte ein Geheimnis zu erzählen. Etwas, das sonst niemand weiß. Gesagt, getan. Wir sahen uns ein paar Videos an und beschlossen dann zu Lukas zu gehen, da er einen Drucker hat und wir nicht. Irgendwie musste ich mein neues Ticket ja vorzeigen. Also latschten wir den ewig langen Weg los. In der Hand immer noch etwas Schnaps, machten wir zwischendurch Halt an einem Kaugummiautomaten. Wir zogen uns beide einen Ring (Apropos Ring: Der dritte Teil soll bald gedreht werden. Mein Fernseher gehört eh geschreddert).

Verliebt, verlobt, verheiratet kamen wir bei Lukas an, der noch verschlafen im Bett lag. Das mit dem Drucker sollte nicht so richtig funktionieren und weil ich es mit den Öffentlichen eh nicht mehr rechtzeitig geschafft hätte, fuhr er uns zum Bahnhof. Während des Wartens schoss ich ein Foto von den beiden, das noch Tage später meinen Hintergrund schmücken sollte. Martha betrunken lächelnd, Lukas nicht. Nach einer kleinen Diskussion mit dem Busfahrer, der erst nicht akzeptieren wollte, dass mein Ticket mit Marthas Handy vorgezeigt wird, fand ich einen Platz und vegetierte dort vor mich hin. Vor der Abfahrt wanderte der andere Busfahrer noch einmal durch den Bus, auf der Suche nach Müll und Habseligkeiten. Er fand meinen Ring auf dem Boden und fragte, wem der denn gehöre. Ich meldete mich nicht. Zu hässlich das Teil und meine Fahne wollte ich ihm auch nicht zumuten.
8.4.15 19:00


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